Basel ist ein sicherer Ort und in Sachen Integration ganz bestimmt eine der fortschrittlichsten Städte in einem sehr erfahrenen Einwanderungsland. Aber da kann und darf man nicht stehenbleiben.
Wie beim Wetter gibt es auch bei der Sicherheit objektive und «gefühlte»; Werte. Herumliegende Abfälle, verwahrloste Gegenden, fremde Menschen und Geräusche, echte oder vermeintliche Aggressivität; das macht manche unsicher.
Wenn man all diesen Dingen einfach mit einer Verdoppelung der Polizisten und Verschärfung der Strafen beikommen könnte (oder umgekehrt: mit grösstmöglicher Toleranz und Multikulti- Romantik), dann könnten wir eine solche Wunderstadt, in der alles sauber funktioniert, längst irgendwo besichtigen.
Integrieren heisst: nicht wegschauen und sich stattdessen kümmern. Das gilt bei Schweizer Jugendlichen genauso wie bei ausländischen. Und das heisst: unterstützend Einfluss aufs Elternhaus nehmen, wo soziale Defizite anfangen oder schon bestehen. Aber auch Strukturen schaffen wie Tagesschulen und Frühförderung.
Neben der Schule leisten Kulturanbieter und Sportvereine Tausende freiwilliger Stunden und machen damit Jugendlichen und Erwachsenen ein Angebot zum positiven Gemeinschaftserlebnis. Hier zu sparen wäre mit Sicherheit am falschen Ort gespart.
Postkarten 2004
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