Nie hatte die Menschheit bessere Mittel, globalen Konsens für Frieden, Sicherheit und Wohlstand zu finden. Das ist die gute Nachricht.
Die schlechte ist, dass statt Weltkriegen nun eine unübersehbar grosse Zahl regionaler und religiöser Konflikte schwelt oder gar wütet. Einschliesslich des oftmals dazugehörigen grausamen Terrorismus.
Die uns historische nahe Führungsrolle der USA hat sich gewandelt. Sie ist einer neuen globalen Kräfteverteilung gewichen, in der vermehrt wirtschaftliche und regionalpolitische Aspekte eine Rolle spielen.
Als neutraler Staat genügt es nicht, sich aus allem herauszuhalten. Sondern man muss auch Beispiel sein. Früher verharrte die Welt in Blöcken, heute entwickelt sie sich vernetzt.
Wer es versteht, gute Netze zu knüpfen, zu erhalten und gegebenenfalls zu flicken, kann auch als Kleinstaat einen grossen Beitrag zum Weltfrieden leisten.
Einen Beitrag, den wir, in unserem wohlhabenden und sicheren Umfeld, Europa und der Welt durchaus schuldig sind.
Für Baslerinnen und Basler (im Unterschied zu den meisten anderen Schweizern) fängt ja die grosse weite Welt gleich an der nächsten Strassenecke an: Ohne klares Bekenntnis zu Europa bei gleichzeitiger Wahrung unserer Identität – ist das Leben und die Wirtschaft heute und in Zukunft undenkbar.
Postkarten 2004
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