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Heiner Vischer, wir kennen Sie als Basler Politiker, was haben Sie überhaupt mit Riehen am Hut?

Ich bin hier aufgewachsen, wurde 1972 in der Dorfkirche konfirmiert und bin nach meinen Wanderjahren im In- und Ausland im Jahr 1992 hierher zurückgekehrt.

In welchen Riehener Angelegenheiten  setzen Sie sich heute schon ein?

Direkt zum Beispiel in den beiden Patronatskomitees vom Kunst Raum Riehen und vom Sommerfest der Fondation Beyeler. Indirekt natürlich seit 10 Jahren als Mitglied des Basler Grossen Rates mit Riehener Interessen.

Sie wollen ja gewählt werden. Oder machen Sie auch kritische Aussagen zu Riehen?

Erstens: Wenn Riehen als «Schlafgemeinde» bezeichnet wird, dann ist das ziemlich daneben. Aber aus Riehen sollten auch mehr Impulse kommen, die dieser Unterstellung widersprechen.

Zweitens: Riehen gibt sich eine Riesenmühe, einen schönen Dorfkern zu haben. Aber manchmal wird auch übertrieben…

Braucht die zweitkleinste Gemeinde des flächenmässig kleinsten Kantons der Schweiz überhaupt so aufwändige Strukturen?

Genau deswegen. Sonst hat die grösste Gemeinde im Kanton keine Konkurrenz mehr. Wettbewerb ist etwas Gutes. Wenn nämlich Riehen eigene Akzente setzt und das erfolgreich, dann kann Basel etwas lernen.

Aber von der Gesetzgebung her ist Riehen doch schlicht Basler Kolonialgebiet, nicht?

Können Sie denken. Gerade in der Verkehrspolitik hat Riehen allen Grund eigenständig und im eigenen Interesse zu politisieren. Drei Beispiele: Die Autobus-Situation bei der Fondation Beyeler, die Park&Ride-Anlage im Stettenfeld und das Parkhaus unter dem Parkplatz beim Gemeindehaus. Für solches wollen wir nicht auf die gnädigen Herren aus Basel warten müssen.

Also sind Sie ein gut geeichter Basler Politiker, der jetzt auch in Riehen zeigen will, wie man die Post abgehen lässt?

Als neues Einwohnerratsmitglied werde ich mich hüten und so tun, alles besser zu wissen vorgeben. Was ich aber einbringe ist die Erfahrung, wie die Politik des Kantons funktioniert.

Für einen sicheren Sitz würden Sie öffentlich erklären «Riehen ist der Nabel der Welt.»?

Wie jeder Riehener bin ich auch Basler, Nordwestschweizer, Alemanne, Schweizer, Europäer und Weltbewohner. Wer sich nur am Nabel zu orientiert, bekommt bald Halsweh und fängt an zu schielen.